Liebt die Regierung das todbringende Glyphosat?

Das hochtoxische Zeug wird nicht verboten, bevor es im Grundwasser nachweisbar ist.

Dass Glyphosat alles vergiftet, vom Kulturland, über das Trinkwasser, über die (Mast)Tiere, bis hin zum einzelnen Zeitgenossen, das ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Offenbar kennt unsere Regierung aber keine Gnade. Das hochtoxische Zeug wird nicht verboten, bevor wirklich alles vergiftet und dem Tod gewidmet ist. Mammon geht vor Leben. So jedenfalls kann man die Botschaft (heute in den Medien) auch verstehen.

Quelle: Freiburger Nachrichten vom 17.11.2017

Kulturland und Wasser sind direkt „verseucht“ mit den Giften, mit welchen Agrar-Giganten wie Monsanto sich eine goldene Nase verdient haben und weiterhin verdienen. Vermutlich während sie sich krumm lachen über die Trägheit im Bundespalast, die ihnen ein Vermögen beschert. Dem Bundesrat soll das offenbar recht sein. Er will nicht einmal etwas unternehmen gegen den prominentesten krebsfördernden Umweltvertilger. Mittlerweile ist das Zeug ja überall nachzuweisen. im Wasser, im Bier, im Urin. Aber dieser „Mord auf Raten“ genügt vielleicht gewissen Kreisen und unserer Regierung nicht. Geht womöglich im Hinblick auf die AHV Misere nicht schnell genug.

Gut geschützt Umweltgifte ausbringen
Wer keinen Kabinen-Traktor hat, muss sich dick einpacken und kann auf eine Atemmaske beim Ausbringen dieser Umweltgifte nicht verzichten. Für die Tiere ist es nach Meinung der Politiker ebenso unschädlich wie für uns Menschen, obschon alle die zahlreichen Gifte über die Nahrungskette im Übermass aufnehmen.

Eine unglaubliche Schweinerei, die nur der Profitsucht und Gleichgültigkeit wegen überhaupt entstehen konnte und aus den gleichen Gründen weiter getragen wird. Während in anderen Ländern (beispielsweise in Frankreich) längst Schluss ist damit! Naja, wenigstens mit Glyphosat. Bereits ist die Artenvielfalt nachweislich massiv geschädigt, Honigbienen sollen bald schon durch rein mechanische Flieger ersetzt werden. Und die Vögel machen sich auch bereits rar, weil sie in den Kulturen kein Futter mehr finden.

 

Jährlich fast 3 Deziliter pro Nase

2200 Tonnen Herbizide, Fungizide und Insektizide werden einem Blick-Bericht zufolge in der Schweiz aktuell ausgebracht. Zwecks Verseuchung des gesamten Landes. 2200 Tonnen. Für rund 8 Millionen Einwohner. Das sind fast 3 Deziliter pro Nase. Prost!

Im Wallis ist man offenbar spezialisiert darauf und hat sogar Sonderregelungen für die Rebberge. Hier werden diese Mittel per Helikopter ausgebracht. Zum Schutze der Reben und um die Rebberge frei von jeglichem Bodenbewuchs zu halten, wie es heisst. Zwar gilt ein Mindesabstand von 20 Metern zu Hecken, Gewässern, Strassen und Gebäuden. Doch was nützt das? Die Menge macht das Gift!

Walliser Weinberge werden mit Unmengen hochtoxischer Substanzen frei von jeglichem Bodenbewuchs gehalten. Mehrere Dutzend Herbizide kommen zum Einsatz, darunter auch das Umweltgift Glyphosat. Und diese Mittel wirken verheerend. Einmal vor Ort, aber die bleiben natürlich nicht einfach nur dort, wo sie ausgebracht werden. Sonst wäre das Wallis längst Sperrgebiet. Rückstände solcher Mittel sind in allen Schweizer Weinen regelmässig zu finden. (Im Bier übrigens auch) In Weinen aus dem Wallis offenbar sogar Glyphosat. Und das Gift wird in den Genfersee geschwemmt, wo laufend noch höhere Pestizidrückstände gemessen werden.

Quelle: Blick 

 

Vision Landwirtschaft wüsste es besser

Im Pestizid-Reduktionsplan Schweiz, den Vision Landwirtschaft im Mai 2016 auflegte, steht unter anderem wörtlich zu lesen

»Unter Ausschöpfung der einfach realisierbaren und wirtschaftlich tragbaren Massnahmen lässt sich der Pestizideinsatz in der Schweizer Landwirtschaft unter Gewährleistung eines nachhaltigen Produktionsniveaus in den kommenden Jahren um 40–50% und im Siedlungs- und Verkehrsbereich um über 80% reduzieren.«

Die Webseite von Vision Landwirtschaft bietet noch einige brisante Fakten und ist absolut besuchenswert. Dort kann man zum Beispiel nachlesen

  • dass das Bundesamt für Landwirtschaft BLW seit Jahren für seine lasche Bewilligungspraxis von Pestiziden kritisiert wird. Und dass die Schweiz regelmässig sogar hinter der EU her hinkt. Giftstoffe, die in vielen Ländern Europas verboten sind, dürfen in der Schweiz weiterhin eingesetzt werden. NZZ AM SONNTAG / ZEITUNGSARTIKEL 19.2. 2017
    So auch mit Glyphosat, für dessen Vermeidung man in Bundesbern keinen Grund sieht, während dieses bsp. in Frankreich völlig verboten ist. Sarkastisch muss man anmerken, dass wir in der Schweiz Probleme haben mit der Finanzierbarkeit der AHV, vielleicht ist eine höhere Alterssterblichkeit mit allen Mitteln zu fördern?
  • dass das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) – vertrauliche Daten zeigen dies, sagt KASSENSTURZ am 13. Juni 2017 – wissentlich zu hohe Risiken eingeht. Mit der Folge, dass die eingesetzten Giftstoffe in zu hohen Konzentrationen in den Gewässern landen und dort die Lebewesen schädigen. Selbst wenn die Bauern beim Spritzen alle Vorschriften einhalten.
    Da muss doch die Frage erlaubt sein, ob die Verantwortlichen ganz einfach überfordert sind oder einen Job mit, ehm sagen wir mal, Nebenwirkungen belegen.

Nach der Volksabstimmung vom September 2017 über die Ernährungssicherheit, sie wurde mit hohem JA-Anteil gutgeheissen, geht es jetzt unter anderem darum, den Einsatz von Pestiziden zu verringern, die Biodiversität zu fördern und das Kulturland zu schützen. Ich frage mich halt, wie das wohl gehen soll, wenn sich die Bundesregierung sogar beim allerschlimmsten Vertreter seiner Art quer stellt.

 

Zwei Dinge zum Schluss

»Glyphosat sei…im Grundwasser bisher nicht nachweisbar.« heisst es in der Begründung aus dem Bundeshaus. Mit anderen Worten, man würde sich vielleicht bemühen, etwas zu unternehmen, wenn das Schweizer Grundwasser schon vergiftet wäre. Dann aber kann man getrost darauf verzichten.

»Glyphosat sei kaum toxisch« …man möchte meinen, die Herrschaften wollen anstelle ihres edlen Tafelweines bei jeglicher Gelegenheit nur noch pures Glyphosat, wahlweise sec oder on-the-rocks, ausschenken. Wobei…wenn es Walliser Wein ist, gibt es vielleicht keinen grossen Unterschied.

 

 


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