Zack! Burn-out.

burn-out

Völlige psychische und körperliche Erschöpfung und Antriebslosigkeit, das sind die wesentlichen Anzeichen für Burn-out. Aber das „zack!“ ist natürlich falsch. Ist völlig übertrieben. So fühlt sich Burn-out höchstens für den Betroffenen an. Dieser stellt nämlich meist unvermittelt die typischen Symptome fest. Symptome einer „Krankheit“, die allerdings lange zuvor begonnen hat. Denn Burn-out ist ein Zustand, der sich langsam, über einen mehr oder weniger langen Zeitraum von 0anhaltendem echten Stress und Energieeinsatz entwickelt. Aber man muss eben unbedingt auf die Signale achten, die der Körper schon lange zuvor sendet.

Von der Manager- zur Volkskrankheit

Es ist übrigens noch gar nicht so lange her, da war Burn-out die Krankheit von Männern im mittleren Alter, insbesondere eine Manager-Krankheit eben. Heute betrifft es alle. Es heisst, dass hierzulande bis zu 1/3 der „aktiven Bevölkerung“ die Kriterien von Burn-out erfüllen. Selbst Schulkinder bleiben davon nicht verschont.
Nunja, man braucht sich bloss einmal eine durchschnittliche „Schüleragenda“ anzuschauen. Die »NZZ am Sonntag« schreibt in der Ausgabe vom 28. Oktober 2017

»Schlafstörungen oder Kopfweh: Kinder leiden zunehmend an Beschwerden, für die es keine medizinische Erklärung gibt. Sie signalisieren so, dass mit ihnen etwas nicht stimmt. Kinderärzte machen den Druck zu Hause und in der Schule verantwortlich.«

Betroffen sind meist die besonders Leistungswilligen. Diejenigen, die echt Mühe haben, einmal zur Ruhe zu kommen. Und es dauert sehr lange, bis man sich einigermassen erholt. Betroffene brauchen darum Hilfe. Ganz wichtig ist auch die Selbsthilfe. Bei selbsthilfeschweiz.ch ist zu lesen:

»…wir kommen aus der Burnout Krise nur heraus, wenn in uns ein Umdenken stattfindet. Wenn wir nicht mehr „ausser uns sind“ sondern „in uns ruhen“, wenn wir aus der tiefsten Verzweiflung zu Einsicht finden, wenn wir uns unserem Selbst bewusst werden und die Verantwortung über unser Wohlsein und unser Leben in die eigene Hände nehmen.«

Besser kann man das nicht formulieren.

Burn-out wurde übrigens schon 1974 erstmals beschrieben. Nicht zuletzt weil kein einheitliches Beschwerdebild besteht, ist Burn-out allerdings bis heute keine medizinisch anerkannte Krankheit.
Der Begriff »Burn-out« stammt vermutlich aus der Raumfahrt und bezeichnet dort gemäss „Duden“ den „Zeitpunkt, in dem das Triebwerk einer Rakete abgeschaltet wird und der antriebslose Flug beginnt“. Den Zeitpunkt also, wenn die Brennstofftanks leer, das Triebwerk somit ausgebrannt ist.

Ist Burn-out auf dem Rückzug?

Besonders interessant ist die Anmerkung der »NZZ am Sonntag« in der Ausgabe vom 10. Mai 2015:

»33% weniger Krankmeldungen wegen Burnout verzeichnete die deutsche Krankenkasse DAK
im Jahr 2013. Ein Hinweis darauf, dass die Krankheit allmählich aus der Mode kommt.«

Demzufolge soll Burn-out also eine eingebildete Krankheit sein?

Mitnichten! Denn will man der Weltgesundheitsorganisation WHO glauben, soll Depression im Jahre 2020 die zweithäufigste Krankheit weltweit sein. Und was anderes, als ein depressives Krankheitsbild sollte Burn-out sonst sein? Mag sein, dass man die Krankheit unterschiedlich bezeichnet, weniger wird sie ganz bestimmt nicht. Ganz im Gegenteil!

Interessant im Zusammenhang sind die zwölf Stufen von Burn-out. Schau selbst:

Die zwölf Stadien zu Burn-out

 

Fotos: Beitragsbild pixabay, Diagramm eigene


Print pagePDF pageEmail page

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*